Immer wieder ist die Rede von Posttraumatischen Belastungsstörungen, Traumafolgestörungen oder komplexen Traumatisierungsstörungen. Nicht nur bei den Betroffenen, auch beim einen oder anderen Fachmann führt das schon mal zu Verwirrung. Was alle drei Erkrankungen gemein haben, ist das psychische Trauma, das sie auslöst und das ja bereits wortwörtlich in den Begriffen steckt. Fischer und Riedesser definieren Trauma als „[…] ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.“ (Fischer, G. & Riedesser, P. (1998). Lehrbuch der Psychotraumatologie. München: Reinhardt: S. 79).

Solch außergewöhnliche Bedrohungen (wie z. B. ein schwerer Unfall oder auch Kriegserfahrungen), die fast immer mit Gefühlen von extremer Angst und/oder Hilflosigkeit einhergehen, führen zu einer Reizüberflutung des Gehirns und Körpers. Der Betroffene ist dann häufig nicht in der Lage, das Erlebte zu verarbeiten. Der Körper verharrt in einer Art „Daueralarmzustand“ und es kann zum Auftreten sogenannter Traumafolgestörungen kommen.

So vielfältig die Menschen und ihre Vorgeschichte, Schutzmechanismen und Umweltfaktoren sind, so unterschiedlich sind auch ihre Reaktionen auf das Erlebte. Zu den häufigsten Traumafolgestörungen zählt man im Allgemeinen

  • die Posttraumatische Belastungsstörung, bei der es typischerweise zum meist unfreiwilligen und nicht immer bewussten Wiedererleben des Traumas (Intrusionen) durch bestimmte Auslöser (Triggerfaktoren) oder während nächtlicher Alpträume, zur Vermeidung aller an das Trauma erinnernden Situationen (Avoidance) und zu einer psychischen und körperlichen Übererregung (Hyperarousal) kommt.
  • Die komplexe Traumatisierungsstörung tritt häufig nach lang anhaltenden, wiederholten oder besonders schweren Traumatisierungen auf. Sie geht u.a. mit Veränderungen der Impulskontrolle, der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins, der Selbstwahrnehmung, aber auch mit körperlichen Beschwerden und mitunter auch einer veränderten Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen und zum Leben selbst einher.
  • Auch dissoziative Störungen kommen in Folge erlebter traumatischer Ereignisse ebenfalls häufig vor und können dann zu den Traumafolgestörungen gezählt werden.

(Literatur-Quelle:http://www.degpt.de/informationen/fuer-betroffene/trauma-und-traumafolgen/)

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten hier noch einmal einzeln auf die verschiedenen Traumafolgestörungen eingehen. Bis dahin können wir die Seiten der deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (http://www.degpt.de) empfehlen, auf denen ein kurzer Überblick über die Thematik und entsprechende weiterführende Literaturhinweise gegeben werden.

Das Veteranen-Projekt-Team

 

Beitragsfoto: ‚Hanoi 1967‘, Lee Lockwood/The LIFE Images Collection/Getty Images, Alle Rechte vorbehalten.

 

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