Das Team des Forschungsprojekts „Veteranen-Projekt“

Gruppenbild mit allen Mitgliedern des Forschungsteams Veteranen-Projekt

Prof. Dr. med. Andreas Ströhle

Leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie am Campus Charité Mitte Berlin.

Dr. med. Stefan Siegel

Wissenschaftlicher Teamleiter
Facharzt für Psychiatrie
Oberfeldarzt der Reserve

Dr. med. Loni Brants

wissenschaftliche Mitarbeiterin
Ärztin i. W. zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Simone Dors

M. Sc. wissenschaftliche Mitarbeiterin
Psychologin

Das Forschungsprojekt: „Veteranen-Projekt“

Wissenschaftliche Forschungsstudie zum Thema Veteranen in Deutschland

Wir sind ein Team von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Charité Berlin-Mitte. Zusammen mit dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin führen wir eine Studie über Veteranen und Veteraninnen durch, die wir das „Veteranen-Projekt“ nennen. Damit wollen wir mehr über das Nutzungsverhalten von psychologischen Gesundheitsdiensten durch ehemalige Soldaten und Soldatinnen herausfinden. Das Projekt wird durch das Bundesministerium der Verteidigung drittmittelfinanziert.

Projektleiter der Studie ist Dr. med. Stefan Siegel. Er hat selbst bei der Bundeswehr gedient und ist jetzt ziviler Psychiater und Therapeut.

Dr. med. Loni Brants ist Ärztin i. W. zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Simone Dors war ebenfalls lange Jahre bei der Bundeswehr als Feldwebel tätig, hat zwei Auslandseinsätze absolviert und ist jetzt Psychologin.

Außerdem unterstützt Patric Muschner das Projekt. Er war in drei Auslandseinsätzen und arbeitet nun bei uns als studentische Hilfskraft. Sein Studienfach ist die Psychologie mit der Spezialisierung auf die klinische Psychologie.

Wie wir vorgehen

Wir suchen über verschiedene Medien und Wege nach Teilnehmern für unser Forschungsprojekt. Zeitungsanzeigen in Selbsthilfegruppen und Veteranenvereinen, Anzeigen in den sozialen Medien und auch diese Webseite dienen dazu, ein erstes Interesse zu wecken und bieten eine einfache Möglichkeit der Kontaktaufnahme.

Schreib uns einfach über unser Kontaktformular eine Nachricht, dass du an unserer Studie teilnehmen möchtest. Wir werden dich dann innerhalb von maximal 2 Werktagen zurückrufen, um mit dir die näheren Details zu besprechen – zum Beispiel einen möglichen Ort deiner Wahl, um dort mit dir das eigentliche Interview durchzuführen.

Übrigens, der Ort darf auch gern in deiner Heimatstadt liegen. Wir treffen dich dort dann für unser Forschungs-Interview. Dabei ist uns deine Sicht der Dinge besonders wichtig! Während des Interviews zeichnet ein Aufnahmegerät unser Gespräch auf, damit wir uns während des Interviews voll und ganz auf Dich konzentrieren können und nicht durch Mitschreiben oder ähnliches abgelenkt werden. Später können wir dann deine Antworten vom Aufnahmegerät so präzise wie möglich für unsere Auswertung übertragen.

Wenn gewünscht, kann das Interview natürlich jederzeit unterbrochen werden.

Nach dem Gespräch gibt es noch ein paar Fragen zu deiner Person und eventuell bekommst du noch einen oder zwei Zusatzfragebögen, in denen weitergehende Details erläutert werden.

Wie bereits geschrieben, werden wir nach unserem Treffen deine Aussagen vom Band des Aufnahmegerätes verschriftlichen, damit sie anschließend für unsere Analyse zur Verfügung stehen. Zusammen mit den Angaben zu deiner Person und deinen Angaben auf den Zusatzfragebögen wird dann alles in ein Computerprogramm übertragen. Während dieses Prozesses werden alle Daten auch anonymisiert. (Das bedeutet: Sämtliche im Computer verarbeitete Daten lassen sich keiner eindeutigen Person mehr zuweisen. Rückschlüsse auf dich und deine Person sind damit also nicht mehr möglich.)

Anschließend können wir dazu übergehen, aus den gesammelten und anonymisierten Daten statistische Auswertungen vorzunehmen.

Diesen Forschungsprozess werden wir hier auf unserer Webseite in unserem Blog dokumentieren und abbilden. In etwa drei Jahren haben wir dann genug Daten gesammelt und ausgewertet, sodass wir die endgültigen Ergebnisse veröffentlichen können. Wenn es soweit ist, informieren wir dich natürlich auch gern direkt, wenn du das möchtest.

Wissenschaftliche Forschungsstudie zum Thema Veteranen in Deutschland

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Was dich erwartet

Wissenschaftliche Forschungsstudie zum Thema Veteranen in Deutschland

Diese einfachen Dinge solltest du bei deiner Teilnahme beachten:

Zunächst musst du zustimmen, dass du an unserer Forschungsstudie „Veteranen-Projekt“ teilnehmen möchtest. Anschließend wird dich ein Mitglied unseres Forschungsteams an einem Ort deiner Wahl für die Durchführung des Interviews besuchen. Das Teammitglied wird sich dazu zunächst einmal vorstellen und dir seinen Dienstausweis zeigen. Dann fasst das Mitglied noch einmal kurz zusammen worum es in der Studie geht und klärt dich über deine Rechte als Studienteilnehmer auf.

Dies ist besonders wichtig, da du ein Recht auf deine Äußerungen hast, welches nur unter bestimmten Umständen beeinträchtigt werden darf.

Erst wenn du allem schriftlich zugestimmt hast, startet das Interview und damit die Aufnahme. Der Interviewer gibt dir dazu ein erkenntliches Signal, bevor er oder sie die Aufnahme beginnt. Die Aufnahme kann jederzeit gestoppt werden, wenn dies gewünscht wird.

Dann werden dir etwa 5-10 Fragen gestellt werden. Versuche diese Fragen so ausführlich und genau wie möglich zu beantworten. Führe alle Punkte auf, die dir zu den Fragen in den Sinn kommen – auch solche, von denen du denkst, sie seien unbedeutend. (Anmerkung: Auch solche Informationen können uns bei der späteren Auswertung weiterhelfen.)

Danach stellt dir das Forschungsmitglied einige Fragen zu deiner Person. Und darauf erhältst du ein oder zwei Zusatzfragebögen zum ausfüllen. Wir gehen davon aus, dass dieser letzte Teil der Befragung nicht mehr als 15 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt.

Fragen und Antworten

1. Muss ich schon mal eine psychologische oder psychiatrische Dienstleistung in Anspruch genommen haben, um an der Studie teilzunehmen?

Nein. Wir suchen einfach ehemalige Soldaten/innen, die schon einmal im Auslandseinsatz waren. Uns interessiert beispielsweise auch, warum noch nie eine Dienstleistung in Anspruch genommen wurde.

2. Kann ich mich mit euch auch bei mir zu Hause treffen?

Prinzipiell ist das schon möglich, obwohl wir einen öffentlicheren Ort bevorzugen würden.

3. Was soll denn die Studie bewirken?

Die Studie soll ein besseres Verständnis für die Inanspruchnahme psychosozialer Dienstleistungen durch Veteranen generieren.

4. Ich bin ehemaliger Soldat aber nicht der Bundeswehr. Darf ich trotzdem an der Studie teilnehmen?

Leider nicht. Wir haben unsere Zielgruppe beschränkt auf ehemalige Soldaten/innen der Bundeswehr.

5. Warum sollte ich teilnehmen? Was bringt die Studie mir oder meinem Umfeld?

Durch ein besseres Verständnis über das Nutzungsverhalten psychosozialer Dienstleistungen durch Veteranen können zukünftig konkretere und zielgruppenspezifische Interventions- und Präventionsmaßnahmen für eine verbesserte psychosoziale Versorgung entwickelt werden.

6. An wen kann ich mich wenden wenn ich noch mehr Fragen habe?

Bei etwaigen Fragen wende dich bitte zunächst an Dr. Stefan Siegel:
E-Mail: stefan.siegel@charite.de
Telefon: 0151-12031631   (erreichbar Di. und Do. von 10 – 14 Uhr)

Falls dieses Gespräch die Angelegenheit nicht klären sollte, wende dich bitte an Herrn Prof. Dr. Andreas Ströhle:
E-Mail: andreas.stroehle@charite.de
Telefon: 030 – 450 517 034

Wissenschaftlicher Hintergrund zum „Veteranen-Projekt“

Aus anderen Ländern ist bekannt, dass psychische Erkrankungen bei Soldatinnen und Soldaten nach einem Auslandseinsatz immer häufiger vorkommen. Dies gilt in besonderem Maße für Traumafolgestörungen, wie die Posttraumatische Belastungsstörung (kurz: PTBS, siehe: Info-Kasten).

So fand sich bei amerikanischen Soldatinnen und Soldaten eine Zunahme von PTBS von 3% im Jahr 2003 auf 20% im Jahr 2008. Eine große Zahl von Betroffenen entwickelt die Krankheit in vollem Maß dabei erst nach der Entlassung aus dem aktiven Militärdienst. Gleichzeitig hat man festgestellt, dass aktive wie auch ehemalige Soldatinnen und Soldaten wenig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (wie zum Beispiel eine psychologische oder nervenärztliche Behandlung). In anderen Ländern, wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten, wird die Versorgung ehemaliger Soldatinnen und Soldaten (Veteranen) von spezialisierten Gesundheitseinrichtungen übernommen.

In Deutschland sind Veteranen meist auf Hilfsangebote aus dem zivilen Bereich angewiesen, wie zum Beispiel niedergelassene Psychotherapeuten. Bisher gibt es keine Untersuchungen, weshalb die Soldatinnen und Soldaten bzw. Veteranen in Deutschland so selten psychotherapeutische Angebote nutzen. Die genauen Gründe dafür kennen wir nicht.

Um diese herauszufinden und die Situation der Soldatinnen und Soldaten/Veteranen zukünftig zu verbessern, haben wir ein Kooperationsprojekt des Psychotraumazentrums am Bundeswehrkrankenhaus Berlin und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin ins Leben gerufen. Wir wollen versuchen, die Situation der Soldatinnen und Soldaten, die aus einem Auslandseinsatz zurückgekehrt sind, besser zu verstehen.

Was ist „PTBS“?

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Krankheit, die nach einem Erlebnis auftreten kann, das für die betroffene Person oder ihr Umfeld als lebensbedrohlich wahrgenommen wurde. Die PTBS setzt sich aus verschiedenen körperlichen und psychischen Symptomen zusammen. Diese beinhalten u.a. das Wiedererleben traumatischer Ereignisse in Form von sich aufdrängenden Erinnerungen, Bildern oder Alpträumen, eine erhöhte Schreckhaftigkeit, eine hohe innere Anspannung, wiederkehrendes Zittern, plötzliches Herzrasen, Gefühle von Hilflosigkeit, Angst, Schuld, innerer Leere oder Gefühllosigkeit sowie die Vermeidung von Situationen, die in irgendeiner Form an das traumatische Erlebnis erinnern. In Folge des Traumas können jedoch auch andere Formen psychischer Krankheit auftreten, wie eine Depression, plötzliche Angstzustände, vermehrter Alkohol- oder Drogenkonsum u.v.a.

Mach mit!

Nimm an unserer Studie teil. Nimm dazu einfach mit uns Kontakt auf. Wir rufen Dich dann zurück und vereinbaren einen Termin mit Dir. Dann besuchen wir dich am vereinbarten Tag oder Treffen uns an einem anderen Ort für das Interview.

HINWEIS:

Du suchst oder benötigst Hilfe?

Als Forschungsprojekt kann das Veteranen-Projekt keine psychiatrische Beratung anbieten. Für aktive wie ehemalige Soldatinnen und Soldaten steht unter der Telefonnummer 0800-5887957 eine kostenlose Beratung zur Verfügung.

Viele weitere Informationen zu Hilfsangeboten findest Du auch unter: Bundeswehr-Support.de

Weiterführende Literatur

Wissenschaftliche Forschungsstudie zum Thema Veteranen in Deutschland

Kang HK, Hyams KC (2005) Mental Health Care Needs among Recent War Veterans. N Engl J Med 352(13): 1289. doi: 10.1056/NEJMp058024

Seal KH, Metzler TJ, Gima KS et al. (2009) Trends and Risk Factors for Mental Health Diagnoses Among Iraq and Afghanistan Veterans Using Department of Veterans Affairs Health Care, 2002–2008. Am J Public Health 99(9): 1651–1658. doi: 10.2105/AJPH.2008.150284

Schell TL, Marshall GN (2008) Survey of individuals previously deployed for OEF/OIF. In: Tanelian T., Jaycox LH (eds) Invisible Wounds of war: psychological and cognitive injures, their consequences, and services to assist recovery. RAND Corporation, Santa Monica, CA, pp 87–115

Brewin CR, Andrews B, Hejdenberg J et al. (2012) Objective predictors of delayed-onset post-traumatic stress disorder occurring after military discharge. Psychol Med 42(10): 2119–2126. doi: 10.1017/S0033291712000189

Cohen BE, Gima K, Bertenthal D et al. (2010) Mental Health Diagnoses and Utilization of VA Non-Mental Health Medical Services Among Returning Iraq and Afghanistan Veterans. J GEN INTERN MED 25(1): 18–24. doi: 10.1007/s11606-009-1117-3

Hoge CW, Auchterlonie JL, Milliken CS (2006) Mental Health Problems, Use of Mental Health Services, and Attrition From Military Service After Returning From Deployment to Iraq or Afghanistan. JAMA 295(9): 1023–1032

Wittchen H, Schönfeld S, Kirschbaum C et al. (2012) Traumatic Experiences and Posttraumatic Stress Disorder in soldiers following deployment abroad: how big is the hidden problem? Dtsch Arztebl Int 109(35-36): 559–569

Das Veteranen-Projekt ist ein Forschungsprojekt der:

Das Logo der Charité Berlin

 

Arbeitsgruppe Veteranen - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (CCM), Charité Universitätsmedizin Berlin

http://charite.de/

Das Logo des Bundeswehrkrankenhauses Berlin

 

Bundeswehrkrankenhaus Berlin

http://bundeswehrkrankenhaus-berlin.de/

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